Trotz schweißtreibender sommerlicher Temperaturen außerhalb der Hofer Freiheitshalle hieß es für das neu formierte Social-Media-Tutorenteam des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums am Freitag, dem 19. Juni 2026: Ran an die Infostände!
Von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr präsentierten unsere engagierten Achtklässler stolz die Ergebnisse ihrer Arbeit auf der regionalen Publikumsmesse „digital aktiv 26“ – veranstaltet von der Stadt Hof gemeinsam mit dem Hofer Seniorenrat und getragen von einem breiten Netzwerk regionaler Partner, darunter die Kriminalpolizeiinspektion Hof, die AOK Bayern, die Hochschule Hof, die VHS Hofer Land und das Mehrgenerationenhaus.
Unter dem Motto „Praxisnah, alltagsrelevant, direkt umsetzbar: Sichere Navigation durch den Mediendschungel“ füllten die Schülerinnen und Schüler den Stand Nummer 6 mit viel Leben, Kreativität und Fachwissen.
Vom Ethikunterricht zur Projektgruppe
Das Tutorenteam ist vor allem aus dem Ethikunterricht von Herrn Frischholz hervorgegangen und arbeitete für den Messeauftritt als fächerverbindende, klassenübergreifende Projektgruppe zusammen. Damit setzt das Projekt um, was das Medienkonzept des Reinhart-Gymnasiums und der LehrplanPLUS mit dem fächerübergreifenden Bildungsziel der Medienbildung vorsehen: Medienkompetenz wird nicht nur im Unterricht behandelt, sondern in echtes gesellschaftliches Engagement übersetzt.
Gute Vorbereitung ist die halbe Miete
Dem großen Auftritt ging eine intensive, fächerübergreifende Vorbereitung in der Schule voraus. Dafür wurden die Schülerinnen und Schüler insgesamt sechs Stunden vom regulären Unterricht freigestellt: In einer ersten Stunde standen Informationen zum Projekttag sowie Themenfindung und Ideensammlung auf dem Programm – die Schwerpunkte wählten die Jugendlichen dabei selbst. In einer vierstündigen, vom Ethikunterricht ausgehenden Projektarbeitsphase gestalteten sie anschließend in Kleingruppen kooperativ an ihren iPads drei anschauliche, informative Plakate: Eine gemeinsame Dateivorlage sorgte für den professionellen Rahmen, Inhalt und Gestaltung lagen ganz in Schülerhand. Die betreuenden Lehrkräfte begleiteten den Arbeitsprozess mit Reflexionsfragen und Phasen der Zwischenreflexion, in denen die Gruppen das Fortschreiten ihrer Arbeit kritisch prüften und weiterentwickelten.
Die gewählten Schwerpunkte trafen den Nerv der Zeit und der Messebesucher:
- Der Enkeltrick: Aufklärung über fiese Betrugsmaschen in Messenger-Diensten und wie man sich (und ältere Verwandte) davor schützt.
- Vor- und Nachteile von Social Media: Ein reflektierter Blick auf Chancen und Risiken von Instagram, TikTok und Co.
- Künstliche Intelligenz im Alltag: Wo uns KI bereits unbemerkt begegnet und wie wir sie sinnvoll nutzen können.
Generalprobe: Beraten will geübt sein
In einer letzten Vorbereitungsstunde unmittelbar vor der Messe wurden offene Fragen geklärt – und es wurde ernst geprobt: Gemeinsam mit den Lehrkräften simulierten die Tutoren Beratungsgespräche, wie sie ihnen am Messestand bevorstehen würden, und reflektierten diese anschließend kurz im Team. So gingen die Jugendlichen nicht nur mit fundiertem Wissen, sondern auch mit erprobter Gesprächssicherheit in ihren Einsatz.
Ein voller Erfolg bei heißem Wetter
Am Freitagnachmittag wurde es dann ernst. Obwohl das Wetter eher zum Freibadbesuch einlud, zeigten die Tutoren vollen Einsatz. Sie hielten am Stand die Stellung, suchten aktiv das Gespräch mit Messebesucherinnen und -besuchern aller Generationen – von neugierigen Gleichaltrigen über Familien bis hin zu Seniorinnen und Senioren – und erklärten ihre Plakate mit Bravour. Es zeigte sich schnell: Das Konzept, dass Jugendliche als Experten auf Augenhöhe informieren, kam beim Publikum hervorragend an.
Rückblick mit Erkenntnisgewinn
Nach der Messe kam das Team zu einer gemeinsamen Auswertungsrunde zusammen. In einer schriftlichen Kartenabfrage reflektierten die Tutoren entlang von Leitfragen, was gelungen ist, welche Sorgen sie vor dem Messetag hatten und wie sie diese überwunden haben – und was sie über ihre Zielgruppen und sich selbst gelernt haben. Die Antworten sprechen für sich: „Mir ist aufgefallen, dass es mir leicht fällt, vor fremden Menschen zu sprechen“, notierte ein Tutor. Und eine Erkenntnis zog sich durch viele Karten: „Man kann, egal von welchem Alter, immer noch etwas voneinander lernen.“
Wie es weitergeht
Der Messeauftritt war erst der Anfang: Zahlreiche Mitglieder der Projektgruppe engagieren sich im kommenden Schuljahr im Beratungsprojekt „zusammen digital“ in Kooperation mit der Stadt Hof, der VHS Hof und dem Hofer Seniorenrat. Und auch innerhalb der Schule geht es weiter: Etliche Tutoren stehen künftig als „Media Mates“ zweimal pro Woche in der Pause ihren Mitschülerinnen und Mitschülern als gleichaltrige Ansprechpartner bei medienpädagogischen und -technischen Fragen zur Seite.
Begleitet und unterstützt wurde das Team von den betreuenden Lehrkräften und Projektleitern Fabian Frischholz und Clemens Nitsche, die sichtlich stolz auf die Leistung ihrer Schützlinge waren.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen beteiligten Tutoren für ihr großartiges Engagement an diesem heißen Nachmittag sowie der Stadt Hof und dem Seniorenrat für die gelungene Organisation der Messe! Unser Team hat eindrucksvoll bewiesen, dass am JCRG Medienkompetenz nicht nur im Lehrplan steht, sondern aktiv gelebt wird.
(Fabian Frischholz & Clemens Nitsche)





















