Interaktive Lesung mit Dr. Martin Hyun –

Dr HyunEin Vormittag im Zeichen von Vielfalt, Diskriminierung und Rassismus

Am 30. Januar 2026 erlebten unsere Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen eine außergewöhnliche und tiefgehende Veranstaltung im Hörsaal: Eine interaktive Lesung mit dem Autor, ehemaligen Eishockey-Profi und Sozialaktivisten Dr. Martin Hyun. Die Organisation übernahmen die „Hofer Eishärnla“ und ermöglichten so diesen besonderen Austausch.

Dr. Martin Hyun ist mehr als nur ein Autor – er ist ein leidenschaftlicher Vertreter einer offenen und vielfältigen Gesellschaft. Geboren 1979 in Krefeld als Sohn südkoreanischer Gastarbeiter, stand er schon früh vor der Herausforderung, seine Identität in Deutschland zu finden. Er war der erste koreanisch-stämmige Spieler in der Deutschen Eishockey Liga und spielte lange Zeit international (unter anderem in den USA) und national Eishockey in Krefeld, bevor er sich dem Schreiben und gesellschaftlichen Engagement zuwandte. So hat er mittlerweile mehrere Bücher veröffentlicht und thematisiert in seinen Werken und Vorträgen immer wieder Fragen zu Identität, Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe – ganz im Sinne eines reflektierten und respektvollen Miteinanders.

Ein Schwerpunkt seines Engagements liegt in der Arbeit mit „Hockey is Diversity e.V.“, dem interkulturellen Verein, den er 2010 gründete. Mit dieser Initiative ist er deutschlandweit unterwegs, um im Sport, in Schulen und in der Öffentlichkeit über Ausgrenzung, Rassismus und die Bedeutung von Vielfalt zu sprechen. Ziel der Arbeit von Hockey is Diversity ist es, Menschen verschiedener Herkunft, Hautfarbe, Religion und Identität sichtbar zusammenzubringen und gemeinsam Perspektiven für ein respektvolles Zusammenleben zu entwickeln.

In der 3. und 4. Stunde folgten die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen gespannt den Ausführungen Dr. Hyuns im Hörsaal und erlebten so einen äußerst intensiven Vormittag. Die 10. Klassen hatten anschließend in der 5. und 6. Stunde die Gelegenheit, sich mit ihm auszutauschen. In beiden Gruppen entwickelte sich ein reger und persönlicher Dialog zu verschiedenen Themen und Gelegenheiten:

• Unser Gast las Passagen aus seinem „Brief an sich selbst“ vor und erzählte von seinen eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzung und Fremdzuschreibung. Ein Schwerpunkt war hier der für ihn allgegenwärtige Alltagsrassismus.
• Die Schülerinnen und Schüler stellten kluge, teils sehr persönliche Fragen zu seinem Werdegang und zu gesellschaftlichen Themen wie Transgenderpersonen im Sport, die Rolle von Sport und Politik, …
• Es entstand in beiden Gruppen ein ehrlicher und offener Austausch über Alltagserfahrungen, Vorurteile, Chancen und Verantwortung im Umgang miteinander. Dabei wurden viele verschiedene Perspektiven und Meinungen wertschätzend gehört und respektvoll besprochen.

Ein herzlicher Dank geht an die Hofer Eishärnla, die diese Lesung initiiert und organisiert haben. Durch ihr Engagement konnten alle Lernenden an einer wichtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzung teilhaben, die weit über den Sport hinausgeht. Eingerahmt wurde die Veranstaltung durch die Einführungen zweier SOR-SMC-Teams in das Thema und die abschließende Diskussion zur Lesung.

(Anna Metz)