Am 28.10.2025 versammelten sich die 12. Klassen gemeinsam mit Frau Fischer, Frau Pelivan, Frau Berger, Herrn Pflugbeil und Herrn Frank um ca. 7:45 Uhr vor dem Flachbau für die alljährliche Weimarfahrt, die dieses Jahr schon zum zweiten Mal zwei Tage anstatt einen umfassten.
Guter Laune teilten sich die Schülerinnen und Schüler mitsamt Gepäck auf zwei Reisebusse auf und nach der allgemeinen Ansprache des Busfahrers von wegen „Verhaltet euch ordentlich und macht keine Sauerei“ durfte es dann endlich los gehen.
Nach gut 1½h kam dann nach einer entspannten Fahrt, die man entweder zum Karten spielen, unterhalten oder auch schlafen verwendete unser erstes Ziel in Sicht.
Während uns Herr Frank ein wenig über das Mahnmal erzählte, ein großer Turm den die Soviet Union für Zeremonien zum Gedenken an den Holocaust und den Sieg über den Faschismus errichtet hatte, rumpelte unser Bus über die alte Plattenstraße zum KZ Buchenwald.
Weimar ist nämlich, was sehr wichtig ist zu erwähnen, trotzdem auch eine Stadt der Gegensätze, die neben der großen Signifikanz in der deutschen Literaturgeschichte auch Schattenseiten besitzt, die wir nicht aussparen konnten und wollten.
Und so besuchten wir zunächst das KZ Buchenwald etwas außerhalb von Weimar.
Zunächst durften wir uns hierfür eine kurze Dokumentation mit alten Filmausschnitten und Dokumenten aus dem KZ anschauen bevor wir dann, unter der Leitung der Lehrkräfte über das Gelände wanderten, während diese uns ein bisschen was zu der Geschichte des Ortes erzählten.
Besonders eindrucksvoll war dabei das Eingangstor zum eigentlichen Gefangenenlager auf dem groß die Worte „Jedem das seine“ prangten, sowie der große Kontrast zwischen dem Leben der Gefangenen und dem der Gefängniswärter mit ihren Familien, die sich sogar einen eigenen Privatzoo vor den Zäunen des KZs errichten ließen.
Fast unvorstellbar ist es auch sich vorzustellen, dass die Gefangenen nur mit der anfangs ausgestellten Gefängniskleidung jegliche Wind und Wetterlagen im Lager überstehen mussten.
Auch wir fröstelten nämlich bei dem kalten Herbstwind auf dem Gelände ganz schön und wir hatten warme, unbeschädigte Kleidung an!
Tatsächlich ein wenig erleichtert waren wir deswegen, als wir die alte Arbeitsfabrik, nebst dem Krematorium übrigens das einzige Gebäude auf dem direkten Lagerteil, das nicht von den Nazis kurz vor Ende des Krieges zerstört wurde, betreten durften um die dortige Ausstellung an zusehen.
Eindrucksvoll wurde uns dort nochmals mit zahlreichen Relikten und Dokumenten aufgezeigt wie intensiv das Leiden in den Lagern war und die Zeit war leider viel zu kurz um sich alles anschauen zu können bevor wir wieder in die Busse einsteigen mussten um nach Weimar weiter zu fahren.
Wie immer nach einem solchen Besuch war man hierbei tief nachdenklich gestimmt und es wurde nur wenig geredet.
In Weimar angekommen ging es nach kurzem Check-In im A-O Hotel direkt weiter mit einer Stadtführung, die vor dem Theater, in dem einst die Weimarer Republik begründet wurde, begann, weiter. Diese Stadtführung legte besonders Wert auf Weimars Vergangenheit im Bezug auf den Nationalsozialismus und zeigte uns einige interessante Orte wie das Elefanten Hotel, dass Hitler umbauen ließ und berichtete uns von den Versuchen der Nazis die literarische Geschichte Weimars für ihre eigene Propaganda zu missbrauchen.
Am Abend durften die Schülerinnen und Schüler sich noch selbst in Weimar umschauen, was viele dazu verwendeten um sich irgendwo einen Döner zu holen oder irgendwo Essen zu gehen, bevor man sich auf den Rückweg ins Hotel machte.
Nach einer halbwegs Ereignis freien Nacht nahmen wir im Hotel unser Frühstück ein, mit Burgerking Kronen am Kopf und einigen noch eher müden Gesichtern, bevor wir dann aus dem Hotel aus checkten und uns zu Fuß auf den Weg in die Stadtmitte machten.
Der zweite Tag war in der „hellen Seite“ Weimars gewidmet, also auch das wofür Weimar letztendlich am meisten bekannt ist.
Hierzu besuchten wir zunächst das Goethe Nationalmuseum, wo wir eine Führung bekamen und z.B. die Orginale von Faust und anderes zu Gesicht bekamen.
Anschließend durften wir das Wohnhaus von Goethe mit einem Audioguide besichtigen und schritten gemeinsam durch das durchaus sehr große Haus, während wir über die Besonderheiten der einzelnen Räume aufgeklärt wurden.
Im Allgemeinen lässt sich das Haus als fast schon prunkvoll beschreiben und die Größe ist wahrlich beachtlich. Goethe besaß auch einige interessante Sammlungen z.B. Nachbildungen von Statuen und Büsten die ein ganzes Zimmer füllten oder zahlreiche Kunstwerke die in den Räumen an den Wänden hingen.
Ungefähr Mittagszeit war es dann, als wir auch mit dieser Station fertig waren und es wurde eine kurze Pause eingelegt, in der wir uns was kleines zu Essen besorgen konnten .
Es war wirklich ein sehr volles Programm, den kurz darauf ging es mit einer Führung durch den Stadtpark für uns weiter. Dieser war unter der Aufsicht von Goethe bereits angelegt worden und wurde seitdem eigentlich kaum verändert und behielt so, die für die Klassik und Romantik übliche Gestaltung, die ganz im Kontrast zu der Barocker Gärten steht, da sie sich um ein natürliches Aussehen bemüht, ihr dabei aber trotzdem viel komplexe Planung zu Grunde liegt.
Im Garten selbst liegt auch Goethes Sommerhaus aber das haben wir uns für den nächsten Besuch aufgehoben.
Gegen 14:30 Uhr endete dieser Programmpunkt und wir machten uns mittlerweile schon mit etwas schmerzenden Füßen auf zu unserer letzten Station: Das Schillerhaus bzw. eine Ausstellung zum Faust.
Auch dies waren zwei höchst spannende Stationen. Das Schillerhaus viel besonders durch die Schlichtheit im Vergleich zum Goethehaus auf und wir bekamen nochmal viele interessante Einblicke in Schillers Leben, das so anders war im Vergleich zu Goethes.
Und auch die Faust Ausstellung war sehr interessant und lieferte viele neue und differenzierte Blickwinkel auf das Drama und dessen vielseitige Themen…
Nach dem Abschluss dieser beiden Stationen machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu dien Bussen, die uns nach einer sehr entspannten und ruhigen Fahrt wieder an den Bushaltestellen vor der Schule absetzten.
Letztendlich war dieser Ausflug nur ein kurzer Einblick in die tiefe Kulturgeschichte von Weimar und es gibt noch viele Stationen die einen Besuch lohnenswert machen, wie z.B. die Amaliabibliothek oder das Schloss Weimars, doch irgendwo, muss man schließlich auch einen Cut setzen… Auch so waren die Tage nämlich schon gut mit Programm gefüllt, wie man anhand des Berichtes erkennen kann.
Andererseits gibt es uns noch einen Grund mehr dieses kleine Städtchen nochmals zu besuchen.
Die Weimar-Fahrt war ein wirklich sehr schönes Erlebnis mit vielen schönen, lustigen aber auch lehrreichen Erlebnissen und Erfahrungen und es muss hierzu einfach nochmal ein großes Dankeschön an die begleitenden Lehrkräfte ausgesprochen werden
(Julian Richter, Q12)





















