So schmeckt Frankreich im Januar

galette des roisJedes Jahr im Januar gehört sie in Frankreich einfach dazu: die galette des Rois, eine Art Kuchen aus Blätterteig, gefüllt mit einer Mandelcreme, der sogenannten frangipane – außen knusprig, innen cremig und süß. Dahinter verbirgt sich eine jahrhundertealte Tradition voller Geschichte und Symbolik – und einer kleinen Überraschung. Heute wurde diese französische Tradition auch bei uns an der Schule lebendig, denn heute hieß es galette statt Tablet, da man Sprache und Kultur bekanntlich am besten lernt, wenn man sie mit allen Sinnen erlebt.

galette

Die galette des Rois erinnert an die biblische Geschichte der Heiligen Drei Könige, die dem neugeborenen Jesus Geschenke brachten. Ursprünglich wurde sie nur am 6. Januar, dem Dreikönigstag (l’Épiphanie), gegessen. Allerdings hat sich daraus ein geselliges Ritual entwickelt, das bis heute in Familien, Schulen und am Arbeitsplatz gepflegt wird und sich mittlerweile über den ganzen Monat Januar erstreckt.

Das Herzstück der Tradition ist die fève: eine kleine Figur aus Porzellan oder, wie bei uns, eine Kaffeebohne (fève bedeutet „Bohne“), die im Kuchen versteckt wird. Wer die fève in seinem Stück findet, wird für einen Tag zur Königin oder zum König gekrönt und darf traditionell eine goldene Papierkrone tragen. Damit alles fair zugeht, schlüpft das jüngste Kind normalerweise unter den Tisch und entscheidet, wer welches Stück bekommt – so kann niemand schummeln.

Natürlich gab es für jeden ein Stück galette, sodass alle selbst probieren konnten, wie Frankreich im Januar schmeckt. Zunächst bissen wir etwas zögerlich in den Kuchen, denn niemand wollte sich einen Zahn ausbeißen! Glücklicherweise sind auch die Zähne von Theo und Felix heil geblieben, in ihren Stücken befand sich nämlich die fève und damit wurden sie von ihrer Französischlehrerin feierlich zum König für einen Tag ernannt.

(Stefanie Hentschel-Zehe)

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