Dokumentationsfilm „Wir sind jetzt hier“ am JCRG

wir sind mal hierWie kann es gelingen, alltagsnahe Erfahrungen rund um Rassismus und Ausgrenzung, Hass und Hetze sowie Diskriminierung mit Schülerinnen und Schülern zu thematisieren?Wie können dergleichen Themen nahbar und verständlich verdeutlicht werden? Das alles klingt erstmal nach einer Mammutaufgabe, die es zu bewältigen gilt.

Am JCRG nahm sich das Schule-ohne-Rassismus-Team dieser Aufgabe an und organisierte für die Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe eine Filmvorführung des Films „Wir sind jetzt hier“, die passend zu den parallel in Hof stattfindenden Filmtagen am 22. Oktober 2026 terminiert wurde. Die Vorführung erfolgte für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenfrei, da der Bezirksjugendring Oberfranken im Rahmen der Förderung der SOR-SMC-Schulen die Honorarkosten in vollständiger Höhe übernahm. Hierfür ein ganz herzliches Dankeschön!

Der 45-minütige Dokumentarfilm begleitet sieben junge Männer, die allein aus Syrien, Afghanistan, aus Somalia, Eritrea oder dem Irak nach Deutschland flohen. In der Synopsis dazu heißt es: „Sie wurden zur Projektionsfläche für Zweifel und Sorgen genauso wie für plumpen Rassismus. Zugleich wurde viel häufiger über sie gesprochen als mit ihnen – und da setzt dieser Film an. […]“ Es soll also denjenigen, eine Stimme gegeben werden, die oftmals besprochen und verurteilt, aber selten wirklich gehört werden. Es werden emotionale Themen besprochen und auch vollkommen rationale Sachverhalte geschildert, sodass ein Zusammenspiel vielfältiger Perspektiven und unterschiedlicher Ebenen entsteht, das im Kern immer das gleiche Thema, das Ankommen und Beginnen in Deutschland, behandelt. So erzählt beispielsweise ein Transaktivist von Anfeindungen, andere berichten von „emotionalen Turbulenzen“, die nach der eigenen Flucht aufkamen. Wieder andere stellen fröhliche und herzerwärmende Momente heraus sowie die Verzweiflung und Angst, die viele auch in Deutschland nicht loslässt. Sie alle schließen mit einem Appell und werfen Fragen danach auf, was es in den nächsten Jahren noch braucht, damit Integration gelingen kann.

Im Anschluss an die Filmvorführung ordnete der anwesende Regisseur Niklas von Wurmb-Seibel verschiedene Aspekte des Films ein, stellte den Schülerinnen und Schülern Fragen zum Film, zu rassistischen Erfahrungen und zum Thema Integration. Daraus entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zum Film, zu Flucht und Vertreibung und zu Diskriminierung und Rassismus in Deutschland. In seiner Begleitung befand sich außerdem die selbst aus Syrien geflüchtete Azza Mobayed, die ihre eigene Fluchtgeschichte sowie die ihrer Familie schilderte und den Jugendlichen alle eifrig gestellten Fragen zum Beispiel zum Asylverfahren, aber auch zum Leben in Deutschland als Geflüchtete beantwortete. Herzlichen Dank an beide, vor allem aber an Azza Mobayed, die die Zuhörerinnen und Zuhörer an ihrer bewegenden Geschichte teilhaben ließ.

(Anna Metz)