Hinter der grauen Fassade des Selber Hochvolthauses vermuten viele nur einen alten Industriebau. Dass dort regelmäßig Hochspannung im wahrsten Sinne des Wortes herrscht, durfte das Leistungsfach Physik der Q12 hautnah miterleben.
Andreas Meyer und Kathrin Braun von der Firma Pfisterer führten uns durch das Gelände und erklärten die Hintergründe: Das Gebäude wurde bereits 1930 von der Firma Rosenthal gebaut. Damals wie heute werden hier Isolatoren für das Stromnetz getestet. Dass die Anlage auch nach fast 100 Jahren noch in Betrieb ist, liegt an ihrer Modernisierung durch Pfisterer – und daran, dass sie heute als eines der europaweit einzigartigen Testlabore unter Denkmalschutz steht.
Das eigentliche Highlight wartete in der über 20 Meter hohen Testhalle. Zwischen den riesigen Apparaturen wirkte die Atmosphäre fast wie in einem Science-Fiction-Film. Von einer Tribüne aus konnten wir live miterleben, was passiert, wenn extreme Spannungen entladen werden:
Die Experten demonstrierten, was passiert, wenn an Stromleitungen Spannungen von bis zu einer Million Volt angelegt werden. Die daraus resultierenden Blitzentladungen waren sehr eindrucksvoll – und laut. Da die Entladungen mit einem gewaltigen Knall verbunden waren, zuckte so mancher Schüler und manche Schülerin unwillkürlich zusammen.
Die Mitarbeiter erklärten uns dabei genau die wissenschaftlichen Hintergründe der Versuche und veranschaulichten wie die Theorie in der Praxis genutzt wird – etwa bei präzisen Messungen der Durchschlagfestigkeit, bei denen Isolatoren Belastungen von mehreren Millionen Volt standhalten müssen.
Ein herzlicher Dank geht an die Firma Pfisterer für diesen spannungsgeladenen Einblick! Es war eine interessante Gelegenheit, Themen aus dem Physikunterricht wie Ionisation oder elektrische Felder nicht nur in der Theorie zu betrachten, sondern in der praktischen Anwendung – und mit einem ordentlichen Knall – live zu erleben.
(Hans-Georg Heimerl und Laura Schieweck)





















