Schule ohne Rassismus: die jüdischen Familie Franken aus Hof

Projektteilnehmer„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ (George Santayana. Philosoph und Schriftststeller) – Das Team von Schule ohne Rassismus erinnert sich an die Geschichte der jüdischen Familie Franken aus Hof.
Am Dienstag, den 8.10.2019 präsentierten die TeilnehmerInnen des Wahlunterrichts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in der Aula ihre Wettbewerbsergebnisse zum Thema „Schicksale der jüdischen Hofer im Nationalsozialismus“.

Als Schüler behandeln wir während unserer Schullaufbahn den Holocaust als Thema in mehreren Fächern in der Schule, wobei dabei der regionale Bezug meist doch eher zu kurz kommt. Wie waren aber ganz konkret Hofer Juden von den antijüdischen Ausschreitungen in der Zeit des Nationalsozialismus` betroffen? Wie sah es bei uns in der Heimat aus?
Im Rahmen eines Projekts haben wir uns im Wahlunterricht „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit der Situation der Hofer Juden während der NS-Zeit beschäftigt. Hierbei hat uns vor allem das Schicksal der Familie Franken als eine von vielen verfolgten jüdischen Familien in Hof bewegt.
Während der Auseinandersetzung mit den Frankens entstanden nicht nur künstlerische, sondern auch literarische Porträts. Letztere wurden von der ehemaligen Q12 im Kunstunterricht unter der Leitung von Herrn Tröger erstellt. Die beeindruckenden Kohlezeichnungen wurden nun am 8. Oktober unserer Schulfamilie und der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.
Komplett still ist es dann in unserer Aula, als wir mit unseren im Wahlfach „Schule ohne Rassismus“ entstandenen Texten an das Schicksal der Hofer Familie Franken erinnern. Dazu gehört Max Franken, der gemeinsam mit seiner Frau Therese Franken von 1914 bis 1936 ein Herrengarderobegeschäft in der Ludwigstraße 36 unterhielt. Während jenem die Flucht vor den Nazis nach Argentinien glückte, gestaltete sich das Schicksal der Therese sowie der drei gemeinsamen Töchter Margarete, Lore und Käthe Franken aber anders. Alle vier Franken-Frauen wurden nach Lettland deportiert und landeten schließlich im Konzentrationslager Stutthof in Polen. Nur Käthe überlebte und starb 2012 eines natürlichen Todes.
Mit Hilfe eines Films sowie Interviews und verschiedenen Texten versuchten wir, das Schicksal der Frankens emotional aufzuarbeiten. Ergriffen von dem unbeschreiblichen Leidensweg der Hofer Familie waren nicht nur wir, sondern auch das Publikum, das sich nach unserer Präsentation, die von dem Cello-Ensemble des JCRG mit zwei Beiträgen unterstützt wurde, nachdenklich zeigte.
Die Aufführung war ein Beitrag für den Schülerwettbewerb zum Thema „Schicksale Hofer Juden während der Zeit des Nationalsozialismus`“, den die Hofer Hermann-und-Bertl-Müller-Stiftung und die VHS Landkreis Hof ausgeschrieben hatten.
Um dauerhaft an die Frankens und deren Geschichte zu erinnern, werden die sechs Familienporträts nun einen festen Platz in unserem Schulhaus einnehmen.

 

20191008jüdische-Familie