Weihnachtskonzert 2019: Swing und Hirtenweisen

Chöre und Ensembles des Johann-Christian-Reinhart- Gymnasiums begeistern mit unterschiedlichen Klangwelten. Schuüler der Tschechischen Partnerschule bereichern das Konzert.

Was haben zarte Hirtenweisen aus der Steiermark mit fetzigen Jazz- und Blues-Klängen gemein? Normalerweise wenig – nicht so beim Weihnachtskonzert des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums in der voll besetzten Sankt-Michaelis-Kirche. Die zahlreichen Chöre, Gruppen und Ensembles boten ein sehr stimmiges Programm von Klassik bis Swing und begeisterten mit ihren höchst unterschiedlichen Klangwelten das Publikum. Die Musiklehrer Martin Hauke und Johannes Müller verstehen es, den Schülern nicht nur die
Freude an der Musik beizubringen, sondern diese auch noch zu großem Engagement und Höchstleistungen in der Aufführung zu motivieren.
Anspruchsvolles Entree ist die klangschöne „Bourée“ des Orchesters von Johann Ludwig Bach – der barocke Hoftanz wird nachgerade zu einem anrührenden Werk. Schöne Chorharmonien bei präziser Ausführung mühelos meistern der Unterstufenchor und der Instrumentalkreis die Stücke „Ubi sunt gaudia“, „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ und „Hevenu shalom alechem“. Herzallerliebst und pur alpenländisch wird es bei den drei Stücken des Blockflötenkreises, unterstuützt von Gitarren und Geigen, mit „Ave Maria“, einer „Hirtenweise“ aus Tirol sowie einer Hirtenweise von Mozart. Das streichelt die Seele, genauso wie der Chor der fünften Klassen beim Hirtenlied „O Jubel, o Freud“ aus der Steiermark. Auf diesem hohen Niveau geht es weiter, wenn etwa der Mittelstufenchor begleitet von der Combo unter anderem das alte englische
Weihnachtslied „God Rest Ye Merry Gentlemen“ interpretiert. Einen echten Kontrapunkt setzen The Red Big Band und das Percussions-Ensemble mit Swing und Schwung und mit „Sonidos Caribenos“ sogar mit heißen Karibikklängen. Chor und Instrumentalkreis des Partnergymnasiums Ostrov bereichern den musikalischen Reigen des Konzerts mit Werken tschechischer Komponisten, aber auch von Mozart und einem modernen Spiritual („We shall overcome“). Höchstleistungen bieten auch der Gitarrenkreis mit Barock-Kompositionen und der Oberstufenchor mit dem Kyrie und Gloria aus der komplexen Popmesse „Missa 4 You(th)“ von Tjark Baumann – und setzt Kontraste zwischen dem sehnsüchtig-demütigen Ruf um das Erbarmen Gottes im noch verhaltenen Kyrie bis zum Temperamentsausbruch im jubelnden Gotteslob des Gloria. Natürlich durfte auch der Klassiker „Stille Nacht“ auf Deutsch und Englisch nicht fehlen. Schulleiter Oberstudiendirektor Michael Wagner dankte am Schluss allen Mitwirkenden.

Jürgen Henkel, Frankenpost