Totholz – Ein Ort voller Leben!

TotholzgartenÜberall wird abgestorbenes Holz umgehend entfernt und „aufgeräumt“. Doch für den Igel, tausende von Insekten und andere wirbellose Tiere, für Pilze, Flechten, Moose und Algen ist Totholz Lebensraum und Nahrungsquelle zugleich.

Aufgrund der intensiven Forstwirtschaft ist Totholz in unseren Wäldern vielerorts leider sehr rar geworden. Viele Lebewesen, die auf Totholz als Lebensraum angewiesen sind, sind vom Aussterben bedroht. So leben alleine in Deutschland ca. 6000 Käferarten. Rund 1350, darunter der grün schimmernde Rosenkäfer, leben in Holz, viele davon benötigen für ihre Entwicklung bereits abgestorbene Bäume und Material, welches von Bakterien und Pilzen bereits in seine Bestandteile zersetzt wird.

Nicht zuletzt finden auch viele Vögel, Kröten, Eidechsen, sogar Blindschleichen, im undurchdringlichen Dickicht eines Totholzgartens Schutz, und zudem reichlich Nahrung in der beim natürlichen Abbau des Holzes entstehenden Mulmschicht.

Zu den weiteren großen Nutznießern gesellen sich der Igel, der sich vorrangig von den einquartierten Insektenlarven ernährt, aber auch viele Vögel, darunter der Gartenrotschwanz oder auch Hartholzliebhaber wie der Specht und Kleiber, die in den Astlöchern wertvolle Nistmöglichkeiten finden.

Zuguterletzt seien die mittlerweile häufig thematisierten Wildbienen zu nennen, die das Totholz nutzen, um ihre langen Gänge für die Ablage ihrer Larven anzulegen.

Alles in allem bietet ein Totholzgarten also ein reichhaltiges und kunterbuntes Ensemble an Leben.
Höchste Zeit es zu schützen!
Dominic BRETSCHNEIDER