Titus Müller zu Besuch am „Reinhart“

„24 Stunden können die Welt verändern.“ Unter diesem Motto stand eine besondere Veranstaltung für die 10. Klassen. Im März 2018 besuchte im Rahmen des Geschichtsunterrichts der Autor Titus Müller die Schülerinnen und Schüler, um aus seinem neuesten Roman „Der Tag X“ zu lesen.
Im Roman werden unterschiedliche Perspektiven eingenommen und facettenreich Geschehnisse beleuchtet, die im Vorfeld und am Vorabend des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR das private, berufliche, gesellschaftliche und politische Denken und Handeln der auftretenden Personen mehr oder weniger geprägt haben. Der Tag des Volksaufstandes bot 24 Stunden, die von vielen Bürger damals als drastischer Einschnitt in ihrer Biographie wahrgenommen wurden.
Titus Müller las sehr lebendig und fesselnd mehrere Passagen aus seinem Roman vor und verknüpfte die einzelnen Abschnitte mit äußerst interessanten Einblicken in das, was das Leben seiner Familie und seines Umfeldes damals in der DDR prägte. Somit ergab sich durch das Zusammenspiel von Lesung und mündlicher Erzählung ein spannendes Bild von Erinnerungen an die DDR, von Hoffnungen, von Repressalien, von Spionage, von „der großen Politik“ bis zum Alltag des „normalen Volkes“.
Thematisch knüpfte diese Veranstaltung an dem an, was die Schüler aus dem laufenden Geschichtsunterricht bereits kennen, und vertiefte das Ganze durch die persönliche Begegnung mit dem Schriftsteller, der sogleich auch als Zeitzeuge auftrat. Die anschließenden Fragen zur Tätigkeit des Schreibens als Autor und zum Thema DDR zeigten das große Interesse der Schülerinnen und Schüler an der Thematik.
„24 Stunden verändern die Welt.“ Diese Erkenntnis haben die Zuhörer dieser Veranstaltung sicherlich außerdem noch mitnehmen können.

Jochen FRANK