Schülerinnen des JCRG bewegen Publikum des Theaters Hof zutiefst

Theater-Hof75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau erinnern acht Schülerinnen des Wahlkurses „Schule ohne Rassismus“ am Montag, den 27.01., im Studio des Theaters an die jüdische Familie Franken aus Hof.

So gut wie komplett ausverkauft ist das Hofer Studio am Montag, das Publikum konzentriert, nachdenklich und ergriffen zugleich. Ein stürmischer Applaus bleibt zunächst aus, als der Oberstufenchor begleitet vom Celloensemble seine letzten Töne des jiddischen Liedes Donna, Donna von sich gibt – zu aufwühlend, zu emotional, zu ergreifend scheinen die soeben dargebotenen Eindrücke gewesen zu sein, die wahrscheinlich noch lange nachklingen werden.

Wie umgehen, mit einer Vergangenheit, die nie enden will? Mit einer Schuld, die auch 75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz immer noch an uns haftet? Wie verhalten als Teil einer Gesellschaft, die anscheinend immer noch ein Problem mit Antisemitismus hat? An diesen Fragen ließ Jule Herzig aus der Q11 zu Beginn des Gedenktages die Zuschauer im Studio des Hofer Theaters eindrucksvoll teilhaben. So nachdenklich und emotional, wie sich der Anfang der Veranstaltung gestaltete, sollte es auch weitergehen, als die insgesamt acht Schülerinnen aus der Oberstufe dem Publikum ihre Projektergebnisse des Schülerwettbewerbs „Schicksale der Hofer Juden während des Nationalsozialismus“ präsentierten.

Ganz im Fokus stand dabei die Familie Franken, deren Schicksals- und Leidensweg die Schülerinnen durch eine künstlerische Auseinandersetzung auf ganz unterschiedliche Art und Weise nachzeichneten. Mit einem Kurzfilm über den Familienvater Max Franken, gefolgt von einem fiktiven Interview mit der Ehefrau und Mutter Therese Franken, über einen inneren Monolog aus Sicht der ältesten Frankentochter Margarete, einem Gedicht über das Schicksal der zweiten Tochter Lore bis hin zu einem emotionalen Gedankenspiel mit Käthe, der jüngsten der drei Frankenschwestern, war es den Schülerinnen ein Anliegen, den Frankens und damit der Geschichte, unserer Vergangenheit, ein Gesicht zu geben.
Dieses „Gesicht“ zeigte sich auch rein plastisch durch die im Kunstkurs der ehemaligen Q12 unter der Leitung von Herrn Tröger angefertigten Porträts der einzelnen Familienmitglieder, die den Rahmen der Veranstaltung bildeten und die uns ein Mahnmal für all die unzähligen durch das Terrorregime der Nationalsozialisten verfolgten Menschen sein sollen.

Auch wenn uns dieser Abend erneut nachdenklich stimmte, konnten vielleicht Jule Herzigs am Anfang der Veranstaltung aufgeworfene Fragen insofern beantwortet werden, dass es uns ein Anliegen sein sollte, an die Geschichte zu erinnern und deren Opfern zu gedenken. Mit dem Gedenken an die Familie Franken aus Hof konnten die Schülerinnen am Montag einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Dies war auch möglich, weil uns Herr Friese, der Intendant vom Hofer Theater, großzügig das Studio unentgeltlich zur Verfügung stellte und Herr Stickel, der Leiter des Jungen Theaters Hof, die Jugendlichen vom Reinhart am Montagvormittag tatkräftig bei ihren Vorbereitungen unterstützte und ihnen die Aufregung vor ihrem Auftritt nahm. Deshalb ergeht an dieser Stelle von unserer Seite an das Theater Hof ein recht herzliches Dankeschön!

Lisa Bär