Clever Müll trennen

Die Mitarbeiterin des Abfallzweckverbandes Stadt und Landkreis Hof (AZV), Silke Popp-Köhler, coachte kürzlich 18 Schüler, die sich als Nachhaltigkeitsbeauftragte am Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums intensiv mit Mülltrennung und -vermeidung beschäftigen. Mit ihrem Wissen wollen die Jugendlichen ihre Klassenkameraden sensibilisieren.

Neu ist das Thema an der Schule nicht, doch gilt es dieses immer wieder aufzufrischen. Das 600 Schülerinnen und Schüler zählende Gymnasium hat sich schon länger die Mülltrennung auf die Fahnen geschrieben. Eigens dafür stehen in jedem Klassenzimmer drei Mülleimer in Gelb für Leichtstoffe, Grün für Papier und Schwarz für Restmüll.

Nicht in allen Klassen wird die Mülltrennung aber so richtig ernst genommen, wie die Nachhaltigkeitsbeauftragten zugaben. „Manche werfen einfach weg, ohne nachzudenken, Hauptsache der Müll ist entsorgt“, erzählen sie. Äußerst positiv läuft es bei den Zehntklässlern. „Bei uns klappt es hervorragend“, unterstreichen die Vertreter. Dabei erfahren die jüngeren Mitstreiter, dass die Älteren sogar ihre Brotzeit überwiegend in Dosen mit in die Schule bringen und damit jeglicher Verpackungsmüll wegfällt. Bei den Siebtklässlern läuft es eher schlecht, auch bei den Achtklässler sind die Nachhaltigkeitsbeauftragten nicht ganz so zufrieden. „Aber wenn man darauf aufmerksam macht, dann gibt es meist eine positive Reaktion und auch die Lehrer achten auf das richtige Einwerfen.“ Die Schüler brachten auch eigene Vorschläge in die Schulung ein. Die Nachhaltigkeitsbeauftragten wünschen sich zum Beispiel Bio-Mülleimer in den Klassenzimmern. Bisher stehen nur welche in der Aula. In Sachen Essen an der Schule gab Silke Popp-Köhler den Schülern den Tipp, Mehrweg- statt Einwegflaschen zu verwenden und das Frühstück lieber in Dosen mit in die Schule zu nehmen.

Popp-Köhler erklärte den Schülern, dass die gelbe Tonne für Leichtstoffe kostenlos entsorgt wird. „Das kann sich aber ändern, wenn das Unternehmen Böhme zu starke Verunreinigungen feststellt und das wäre ein Rückschritt an der Schule.“

Lehrerin Marie Hillmann, die an der Schule für das Müllkonzept verantwortlich ist, regte ein Erklär-Video mit den Nachhaltigkeitsbeauftragten rund um die Mülltrennung an. Die Idee fand allgemeine Zustimmung.

Dann nutzten die Nachhaltigkeitsbeauftragten die Gelegenheit, an Silke Popp-Köhler spezielle Fragen zu stellen. Was kommt in welchen Eimer? Spitzerreste kommen wie Füllerpatronen und kaputte Stifte in den Restmüll wie auch benutzte Taschentücher. „Auch die Papiere von Muffins gehören in den Restmüll, Pizzakartons mit Alubeschichtung allerdings in die Papiertonne“, erklärte ihnen Silke Popp-Köhler.

In der Schule können auch Glas und Batterien beim Hausmeister entsorgt werden. Der Umweltschutz am Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium besteht aber nicht nur aus sauberer Mülltrennung. Vielmehr verkaufen die Umweltbeauftragten zum Schuljahresbeginn auch Hefte aus 100 Prozent recyceltem Papier.

Sandra HÜTTNER, Frankenpost

Unser Bild zeigt einen Teil der Nachhaltigkeitsbeauftragten des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums mit (links) Lehrerin Marie Hillmann, kniend die Mitarbeiterin des Abfallzweckverbands, Silke Popp-Köhler.